Wirtschaftliche Entwicklung

 

Wirtschafts- und Berufsstruktur prägen entscheidend das Leben in einer Gemeinde.

1750 zählte der Markt in rund 60 Häusern 8 Weber, 7 Kaufleute, 6 Schneider, 5 Wirte, je 4 Schuster und Bäcker,
je 3 Lederer und Zimmerleute, je 2 Müller, Bierbrauer, Fleischhauer, Maurer und Schmiede und je einen Kotzenmacher, Färber, Hutmacher, Kürschner, Tischler, Schlosser, Binder und Wundarzt.
1794 war die Wirtschaft des Marktes trotz Handel und Gewerbefleiß durch hohe Steuern so geschädigt, dass die Verwaltung der Herrschaft unterstellt wurde, die ihren Sitz nun in Schloss Zellhof hatte.
1810Da im Ort keine größere Industrie entstand, kam es zu Abwanderungen, so zog u.a. auch der Färberssohn Tobias Haslinger 1810 nach Wien, wo er die größte Musikalienhandlung Österreichs aufbaute. Er brachte vor allem kostspielige Originalwerke und Pracht-Editionen heraus, wie sie sonst weder die Monarchie noch ganz Deutschland aufzuweisen hatte. In seinem Verlag erschienen unter anderem Werke von Händel, Beethoven, Mozart und Bach.
1870 wurde die Fahrpost eingerichtet, die seit 1931 durch Autobuskurse durchgeführt wird. Auch wirtschaftlich sind in den letzten 50 Jahren gravierende Veränderungen feststellbar.
1951 Im Jahre 1951 lag der Anteil der Beschäftigten im Primärsektor noch bei fast 70%. Der Sekundär- und Tertiärsektor nahmen zu dieser Zeit hingegen zusammen nur ein Drittel an Beschäftigten ein.
1961-1971Der starke Rückgang des Primärsektors zwischen 1961 und 1971 ist darauf zurückzuführen, dass sehr viele Bauern gezwungen waren, ihren Betrieb von einem Vollerwerbsbetrieb zu einem Nebenerwerbsbetrieb umzustellen, da sie sich die teuren Maschinen nicht mehr leisten konnten.
ab 1971So hatte der Sekundärsektor 1971 erstmals mehr Beschäftigte vorzuweisen als der primäre Sektor. Auch in den folgenden Jahren musste die Landwirtschaft einen weiteren Beschäftigungsrückgang hinnehmen, der bis heute andauert. Die Zahl der Berufstätigen im Sekundärsektor stieg besonders in den 60er Jahren an und verdrängte 1971 den primären Sektor mit über 30% von der Spitze. Doch trotz des großen wirtschaftlichen Aufschwungs blieb Bad Zell auf Grund der topografischen Lage im Abseits der Wirtschaftsentwicklung.
Wer Arbeit im Sekundärsektor haben wollte, musste entweder in einen Industrieraum, hauptsächlich nach Linz abwandern, oder die Last eines Pendlerdaseins hinnehmen.
Der Tertiärsektor konnte seit dem 2. Weltkrieg eine stetige Zunahme an Beschäftigten erzielen. Bad Zell hat wie so viele andere oberösterreichische Gemeinden eine bedeutende Veränderung der Wirtschaftsstruktur durchgemacht. So war Bad Zell bis zum 2. Weltkrieg eine reine Agrargemeinde. Doch änderte sich dies in den Jahren nach 1961 sowohl durch die immer fortschreitende Mechanisierung, als auch durch die zahlreichen neuen Arbeitsplätze in Industrie und Dienstleistungsbetrieben. Die Anzahl derer, die auf Grund ihrer Beschäftigung auspendeln müssen, steigt ständig an.
Gab es im Jahre 1961 nur 179 Pendler, ist diese Schar bis heute auf 600 angewachsen. Heute wird die Wirtschaft Bad Zells vom Tertiärsektor dominiert, was sicherlich nicht zuletzt auf den Bau des Kurhauses und die Vermarktung Bad Zells als Kurort zurückzuführen ist.


 
 


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