Geschichtliche Entwicklung

Wer die Geschichte des Marktes Bad Zell liest, der freue sich nicht auf die Schilderung froher Feste und behaglichen Reichtums; andere Dinge wird er finden, viel Not und Sorge, das Ringen zäher Menschen mit hartem Schicksal, schlichte Bescheidenheit und harten Bürgerstolz, der um Recht und Herkommen kämpft. Eine ausführliche Erörterung der Bad Zeller Geschichte lesen Sie im Heimatbuch von Bad Zell nach. Hier die wichtigsten Schritte der Entwicklung des Marktes bis zum heutigen Zeitpunkt.

1208wurde "Cell" zum ersten Mal urkundlich genannt, eine nach 1000 gegründete Niederlassung Regensburger Mönche auf dem Steilufer des Kettenbaches. Daher die Regensburger Schlüssel im Marktwappen.
1366ist die Mönchskapelle schon Pfarrkirche, die später erweitert und 1745 teilweise barockisiert wurde. Am Treffpunkt von 5 Überlandwegen liegend, wurde Zell schon früh Marktort, was die Anlegung eines Marktplatzes nördlich der Kirche bedingte. In der Folgezeit kam es zum Streit mit der Herrschaft Prandegg, denn die Bürgerschaft wollte sich das Recht auf freie Richterwahl und eigene Gerichtshoheit nicht nehmen lassen. Das Schwert des Prangermandls, des einzigen in Oberösterreich, zeugt davon. Ebenso die Richtstätte auf dem Galgenberg, die jetzt durch die Hubertuskapelle bezeichnet ist.
1730fand im Schloss Zellhof einen der letzten großen Hexenprozesse gegen die sogenannte Wagenlehnerin statt.
1750gab es im Markt in rund 60 Häusern: 8 Weber, 7 Kaufleute, 6 Schneider, 5 Wirte, je 4 Schuster und Bäcker, je drei Lederer und Zimmerleute, je 2 Müller, Bierbrauer, Fleischhauer, Maurer und Schmied und je einen Kotzenmacher, Färber, Hutmacher, Kürschner, Tischler, Schlosser, Binder und Wundarzt
1794war die Wirtschaft des Marktes trotz Handel und Gewerbefleiß durch hohe Steuern so geschädigt, dass die Verwaltung der Herrschaft unterstellt wurde, die ihren Sitz nun in Schloss Zellhof hatte.
1848brachte den Bauern politische Rechte und beendete die Herrschaftsobrigkeit, seither ist Zellhof kein Amtssitz mehr und, so wie früher schon Prandegg, dem Verfall preisgegeben.
Da im Ort keine größere Industrie entstand, kam es zu Abwanderungen; so zog der Färberssohn Tobias Haslinger 1810 nach Wien, wo er der Verleger Mozarts und Beethovens wurde. Auch jetzt hat Zell zahlreiche Auspendler.
1870wurde die Fahrpost eingerichtet, die seit 1931 durch Postautobusse durchgeführt wird.
1939 Vereinigung der Gemeinden Aich, Brawinkl und Lanzendorf mit Markt Zell, der nun 2.300 Einwohner hat.
1941aufgrund der günstigen Verkehrslage Gründung der Hauptschule, der sechsten im Mühlkreis.
1953Beginn mit Untersuchung des seit langem als heilkräftig bekannten, aber verfallenen Hedwigsbründls (ursprünglich wohl Heerwegsbründl, da an einem Durchzugsweg gelegen) eine neue Entwicklung. Nach Überwindung zahlreicher verzögernder Umstände und Einbeziehung von zwei weiteren Quellen erfolgt
1971Heilquellenerklärung durch die Landesregierung.
1973Hauptschulneubau
1974-76Bau des Kurmittelhauses, dann Errichtung von Gästehäusern, Ausbau von Gaststätten und Fremdenzimmern, Anlegung zahlreicher Wanderwege in die schöne waldreiche Umgebung.
Schon vorher waren Müllabfuhr, Wasserleitung und Kanalnetz in moderner Weise geregelt worden.
1974–1982 Errichtung der Ortskanalisation und Gründung des Reinhalteverbandes Kettenbach
1975Bestellung eines Kulturberaters
Beschlussfassung Flächenwidmungsplan
1976Im Oktober wird aus dem Markt Zell bei Zellhof der Kurort Bad Zell
1980Errichtung Sportanlage und Tennisplätze
1983Einführung der Straßenbezeichnungen
1984Bau einer zentralen Hackschnitzel-Nahwärmeversorgung
Bau der Ortsumfahrung B 124
1985 Heimatbuchpräsentation anlässlich 750 Jahr Bad Zell
1990Errichtung des Altstoffsammelzentrums
1991Ein Ort denkt um ein Ort denkt nach – Ökodorf Bad Zell
Musikschul- u. Kindergartenbau
Bau Eigentumswohnanlage
1993Bau Kinderspielplatz
1994Erweiterung Wasserversorgungsanlage
Bohrung von 2 Tiefbrunnen Naarntal
1996Errichtung Fun-Curt
1997Unterstützung zum Ankauf Fröhlichgrund für LAWOG Bauten
1998Errichtung Beachvolleyball Anlage
Ankauf Gillhofergrund für HS Sportplatz , Parkplatz B-124
rege Siedlungstätigkeit durch Ankauf Hirsch, Bodingbauer und Mayrwögergründe
Ankauf Hedwigskapelle und Neubau
2001Grundankauf zur Errichtung Einsatzzentrum Auf der Au
2002Eröffnung der Freizeitanlage ARENA mit 2 Hallentennisplätzen, Mehrzweckhalle, Kletterwand, Sauna, Sorarium, Fußballtrainingsplatz, Stockbahnen und Skaterbahn
2004Kindergartenneubau
Baubeginn des neuen Wellnesshotels Lebensquell
2005Eröffnung des neuen Wellnesshotels Lebensquell
Präsentation der Gemeindehomepage: www.badzell.at
Neubau Gemeindebauhof, Feuerwehrhaus und Altstoffsammelzentrum
Erweiterung Naturpark Rechberg zum Naturpark Mühlviertel und Beitritt der Gemeinde Bad Zell
2006Hauptschule Zubau und Generalsanierung
2007Eröffnung des Einsatzzentrums " Auf der Au";
Beitritt zur Mühlviertler Alm
2009Zubau Sportkabinentrakt u. Sanierung der gesamten Sportanlage: Hedwigspark
2010Lokale Agenda Integrierte Altenpflege und Nahversorgung
Siedlungstätigkeit durch Ankauf der Coburg Gründe – Stockfeld
Siedlungstätigkeit durch Ankauf der Kettner Gründe – Aich
2012Hauptschule wird Neue Mittelschule
2013Spatenstich für Seniorenheim
Start des Projektes "CellaFiberNet"
2014Eröffnung Feuerwehrhaus Erdleiten
Inbetriebnahme und Eröffnung Kanalprojekt Erdleiten
2015

Verleihung Gesunde Gemeinde Tafel
Eröffnung: Begegnungszone in der Kurhausstraße
Eröffnung: neu gestalteter Kinderspielplatz
Start des Projektes "Mehr Zeller Nachbarschaft"
Siedlungstätigkeit in Erdleiten

2016

Eröffnung Haus für Senioren
Jubiläum "40 Jahre Bad Zell"
Start der Nachmittagsbetreuung in der VS mit einer Gruppe

2017

Siedlungserweiterung Riegl Ost
Start der Ganztagsschule in der VS mit einer Gruppe
Ausbau Saunabereich im Hotel Lebensquell

2018
Bohrung Tiefbrunnen Arena und Sorentin
Theateraufführung "Die Hexenmacher.Eine Familienausrottung"
Verleihung des Zertifikats "familienfreundlichegemeinde"
Sanierung der Pfarrkirche Bad Zell 
2019
Eröffnung Krabbelstube in der Musikschule
Erweiterung Hochbehälter mit Entsäuerung
Erste Geschenkannahme eines Liegenschaftsanteiles am Schloss Zellhof
2020
Gründung Tourismusverband Mühlviertler Alm Freistadt
Gründung des Kulturforums Bad Zell
Sanierung des Volksschuldaches
Generalsanierung der Ellerbergquellen
2021
Erweiterung Kindergarten
Installierung einer E-Schnellladestation
Gedenktafelenthüllung zu Ehren des ersten Salzburger Landeshauptmannes aus Bad Zell Josef Freiherr von Weiß

 

Josef Freiherr von Weiß

Von Zellhof an die Spitze von Salzburg - der gebürtige Zeller wurde vor 160 Jahren erster Salzburger Landeshauptmann. 

Joseph Weiß wurde am 12. Jänner 1805 im Schloss Zellhof geboren und trat in die Fußstapfen des Vaters, eines Gerichtsbeamten. Ab 1828 arbeitete er als Jurist in Linz, ab 1842 in Salzburg, wo er 1859 Präsident des k.k. Landes– und Handelsgerichts wurde. Er heiratete Barbara Pramberger und hatte mit ihr zwei Kinder. 1861 wurde im Kronland Salzburg erstmals überhaupt ein Landtag eingerichtet. Joseph Weiß wurde als Abgeordneter für die Stadt Salzburg gewählt und zum Landeshauptmann bestellt. Er galt aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und seines persönlichen Ansehens als einer der einflussreichsten Persönlichkeiten in Salzburg. In seiner Amtszeit von 1861 bis 1872 achtete er auf gute Zusammenarbeit im Land und schuf die Grundlagen für eine moderne Landesverwaltung.

Joseph Weiß wurde mit seinem Abschied aus der Politik in den Freiherrenstand erhoben und starb am 13. Jänner 1887.

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